Aschenputtel spült keine Teller
... von Märchen und Legenden
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Aschenputtel spült keine Teller
... von Märchen und Legenden

Das Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde präsentiert in der winterlichen Zeit eine Ausstellung mit Illustrationen von Märchen und Legenden namhafter Kunstschaffender, die für Kinder wie auch für Erwachsene gedacht ist. Dabei steht eine breite Palette unterschiedlicher Wandteller aus verschiedenen Ländern im Fokus. Hinzu kommen Gemälde mit fantasievollen Märchenmotiven des ostholsteinischen Malers Kay Konrad (geb. 1952). Grafiken weiterer Künstler ergänzen das vielfältige Kaleidoskop der Bilder, darunter auch Druckwerke und Mikrografiken.

Illustrationen sind seit jeher ein beliebtes Mittel, um Erzählungen bildlich aufzulockern und die Fantasie anzuregen. Sie sind dabei auch immer ein Spiegel ihrer Zeit, was ebenso auf die Gestaltung von Märchentellern zutrifft. Daher sind sie kunst- wie kulturhistorisch von großem Wert.

Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren derartige Schmuckstücke in breiten Teilen der Bevölkerung sehr beliebt, wie eine Vielzahl von Tellerserien belegt, die als Sammelobjekte konzipiert waren. Und bis heute werden ganze Sets von Kindergeschirr mit Märchenmotiven vertrieben. Der erste regelrechte und limitierte Sammelteller einer Porzell-anmanufaktur wurde bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt. Von den 1970er bis zu den 1980er Jahren erreichte die serienmäßige Pro-duktion von Bildtellern unterschiedlichster Art einen Höhepunkt. Zahlreiche namhafte und weltweit bekannte Porzellanhersteller, wie z. B. die Manufak-turen Meißen, Limoges-Turgot, Rörstrand, Rosenthal, Royal Copenhagen, Wedgwood sowie Villeroy & Boch, gaben limitierte Sammelteller in speziellen Serien heraus. Besonders die sogenannten Jahresteller erfreuten sich dabei großer Beliebtheit. Motive aus dem umfangreichen Spektrum der Volksmärchen, die in den Sammlungen verschiedener europäischer, aber auch außereuropäischer Länder zusammengefasst sind, wurden auf Tellern ebenso abgebildet wie solche aus Kunstmärchen. Geschichten aus den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm können hier ebenso genannt werden wie Erzählungen aus Tausendundeine Nacht und andere regional- oder landesspezifisch orientierte Geschichten aus aller Welt.

Darüber hinaus waren beispielsweise Märchen wie Von dem Fischer und syne fru von Philip Otto Runge (1777–1810) sowie die Reise von Nils Holgerson von Hans Christian Andersen (1805–1875) inspirativ. Und auch Erzählungen über den legendären König Artus und seine Tafelrunde aus Britannien sowie aus der finnischen Kalevala wurden auf Teller gebannt.

Märchenbezogene Motive, die im 19. Jahrhundert verwurzelt sind, wurden über einen langen Zeitraum hinweg bei der Gestaltung neuer Teller rezipiert, insbesondere was Form- und Stilelemente anbelangt. Auch lassen sich teilweise national geprägte Elemente in der Tellergestaltung aufzeigen. Ein starker Einfluss durch die Bilderwelt von Märchenfilmen ist in einigen Serien zudem klar zu erkennen. Unterschiedliche Herstellungstechniken erweisen sich als kennzeichnend für bestimmte Werkgruppen der aus Porzellan oder Steingut angefertigten Teller, die sowohl vielfarbig und farbenfroh als auch monochrom gestaltet sind. Die sogenannte Blaumalerei ist dabei ebenso vertreten wie ein Herstellungsprozess, der optisch an die Palech- bzw. Lackmalerei anknüpft. Aufgewertet werden diverse Tellerserien zudem durch eine feine Veredlung mittels Goldauflage und die Limitierung der Brenntage.

Die ausgestellten Märchenteller bieten ein buntes Spektrum an Eindrücken. Mittels dieser repräsentativen Sammelobjekte wurde bzw. wird bis heute wertvolles, immaterielles Kulturgut von internationalem Rang plakativ in den privaten Bereich hineingetragen. Auch die Gemälde von Kay Konrad sowie die weiteren ausgestellten Arbeiten zeigen, wie vielfältig die Märchenwelt einen thematischen Einfluss auf die kreative Gestaltung unterschiedlichster Bildwerke genommen hat.

„Es war einmal …“ – so fangen viele Geschichten an.
Und wie sie weitergehen, das zeigen auch die Exponate im Heikendorfer Künstlermuseum. Viel Spaß beim Eintauchen in die Welt der Märchenbilder.

Hier finden Sie die Termine unserer Veranstaltungen und Führungen.

 

 

 

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